Sturmflutschutz nahe Ahrenshoop wieder hergestellt
Am Freitag, dem 30. November 2018, wird Minister Dr. Till Backhaus ab 14.00 Uhr die vor wenigen Tagen fertiggestellte Dünenverstärkung auf dem Westdarß besichtigen und sich einen Eindruck von der begonnenen Strandhaferbepfanzung der neuen Düne verschaffen.
Medienvertreter sind herzlich zu diesem Termin eingeladen.
Treffpunkt: Parkplatz an der L21 Grenze Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ca. 1 km nördlich Ahrenshoop Richtung Born (Behindertenparkplatz linke Straßenseite)
Hintergrund
Das Küstenschutzsystem zwischen Ahrenshoop und Westdarß, bestehend aus Buhnen und Düne mit dahinterliegendem Deich, schützt Ahrenshoop, Wieck und Born vor Sturmfluten und verhindert gleichzeitig einen Durchbruch der Ostsee in den Saaler Bodden. Der Deich hat die Aufgabe, das Hinterland vor Überflutung zu schützen, falls die Düne bei schweren Sturmfluten überspült werden sollte. Da der Deich aber keinem starken Seegang widerstehen kann, muss dieser durch die vorgelagerte Düne abgemildert werden. Dafür ist eine ausreichende Dimensionierung der Düne erforderlich.
Das Problem: Der sandige Küstenabschnitt ist einer der am stärksten hydrodynamisch belasteten Küstenabschnitte im Land. Jährlich verliert die Küste dort 10 bis 15 Kubikmeter Sand pro Meter. Nach einer Sturmflut, wie der vom Januar 2017, sind deutlich höhere Rückgangswerte zu verzeichnen.
Bei Eintritt einer erneuten schweren Sturmflut besteht daher die Gefahr des Dünendurchbruches. Der landwärtige Deich könnte die Belastungen durch auflaufende Wellen und Wasserstand nur bedingt abfedern. Die Sedimentdefizite im Bereich von Vorstrand, Strand und Düne müssen deshalb regelmäßig ausgeglichen werden; zuletzt geschehen 2016 (360.000 Kubikmeter Sand), davor 2009 (260.000 Kubikmeter) und 2006 (412.000 Kubikmeter).
„Es bestand akuter Handlungsbedarf. Das Küstenschutzsystem in diesem Küstenabschnitt war vor Realisierung der Maßnahme nicht mehr in der Lage, eine sehr schwere Sturmflut zu kehren. Ein Durchbruch der Ostsee in die Bodden hätte weitere Orte an der Bodenküste gefährdet. Mit der Aufspülung ist der Sturmflutschutz in diesem Bereich wieder hergestellt“, erklärte Minister Backhaus im Vorfeld des Termins.
Mit der aktuellen Aufspülung wurde Anfang November begonnen. Diesmal wurden ca. 100.000 Kubikmeter³ Sand aus der Lagerstätte „Darßer Ort“ in zwei Teilabschnitte (land- und seeseitig) eingebaut. Die Kosten für die Aufspülung betragen rund 1 Million Euro.
Auf Basis neuer Erkenntnisse zur Kampfmittelbelastung der Ostsee wurden nahezu alle Sandlagerstätten des Landes als kampfmittelbelastet eingestuft. Daraus ergeben sich grundsätzlich höhere Anforderungen an die Vorerkundung der Lagerstätten und die Separation von Kampfmitteln bei der Sandentnahme.
„Der Sand, der an Land kommt, wird auf dem Schiff aufwendig gesiebt und enthält keine explosiven Kampfmittel“, betonte Minister Backhaus in diesem Zusammenhang.
Mit der laufenden Strandhaferbepflanzung wird die Düne vor Auswehungen geschützt und zudem erreicht, dass sich vom Strand herangewehter Sand in den Dünen sammelt und nicht ins Hinterland transportiert wird.
Die Strandhaferpflanzen werden in benachbarten Dünenabschnitten geworben und fachmännisch gepflanzt, damit möglichst hohe Anwuchsraten erreicht werden, um die Düne schnellstmöglich zu schützen.